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Free Jazz
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Die Geschichte des Free Jazz

Ende der 50er Jahre begannen junge afroamerikanische und europäische Jazzmusiker zu experimentieren und erfanden im Zuge dessen den Free Jazz. Die atonale Grundkonzeption des Free Jazz stand im Gegensatz zur Funktionsharmonik des bis dahin bekannten Jazz und revolutionierte unversehens die Szene. Die verstörende Wirkung der ungekannten Töne wurde durch neu entwickelte Spiel- und Grifftechniken noch verstärkt. Darüber hinaus entwickelte sich ein neuartiges Bühnenverhalten, das vor allem in einer bis in den Exzess gesteigerten Intensität seinen Ausdruck suchte. Noch in den frühen 60er Jahren fühlte sich das breite Jazzpublikum von der neuen, meist als Lärm bezeichneten Musik abgestoßen, was nicht unwesentlich dazu beitrug, dass der Free Jazz zum Sprachrohr gegen soziale Ungerechtigkeit, Rassendiskriminierung und scheinheilige Konventionen wurde. Mitte der 60er Jahren bildete sich auch ein europäischer Free Jazz heraus, dessen Fortentwicklung noch bis heute andauert und immer wieder aufs neue Raum für neue Spielarten hervorbringt, was den Free Jazz bis heute zu einem der vielfältigsten Jazzstile überhaupt macht.

Free Jazz - Ein einflussreicher Stil


Durch den andauernden Fortschritt des Free Jazz ist eine eindeutige stilistische Typologie beinahe unmöglich. Orientierte er sich in der Ursprungszeit zumindest noch lose an melodischen und rhythmischen Grundmustern der Jazztradition, zeichnet die neueren Spielarten vor allem die Aufhebung jeglicher Beschränkungen aus, so ist z.B. der Übergang zu frei improvisierter Musik kaum wahrnehmbar. Die Aufteilung zwischen Solo- und Begleitungspart ist gleichermaßen aufgehoben wie die Teilung zwischen Ton und Geräusch. Darüber hinaus bedient sich der Free Jazz aus den verschiedensten Stilrichtungen, was ihn zum Exempel der freien Musik macht, wenngleich nicht absehbar erscheint, welche Neuerungen in der Zukunft letzte bestehende Muster aufbrechen werden.

Ikonen des Free Jazz

Während Miles Davis den Free Jazz ablehnte, auch wenn er Elemente der Stilrichtung übernahm, gehört mit John Coltrane eine andere Jazzikone zu den Hauptvertretern des Free Jazz, den er Mitte der 60er Jahre für sich entdeckte und mit „Ascension“ auch eines der herausragenden Werke des Stiles veröffentlichte. Dave Holland, der seinerseits noch mit Miles Davis spielte, gehört zusammen mit Chick Corea ebenfalls zu den erwähnenswertesten Vertretern des Free Jazz, die gemeinsam in den 70er Jahren das Trio „Circle“ gründeten und für Aufsehen sorgten. Aber auch deutsche Musiker haben sich im Free Jazz einen Namen gemacht, so gehört das „Zentralquartett“ (ehemals Synopsis) zu den wichtigsten Vertretern des Subgenres Creative Jazz. „Auf der Elbe schwimmt ein rosa Krokodil“ heißt das erfolgreiche Album der DDR-Musiker, welches über die Landesgrenzen hinaus große Bekanntheit erlangte.